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Gesellschaft

An der Heinrich-Hertz-Schule (HHS) findet der gesellschaftswissenschaftliche Unterricht in Jahrgang 5 und 6 im Fach „Gesellschaft“ statt, das in den Stadtteilschulklassen in Jahrgang 7 bis 10 fortgeführt wird. Für die gymnasialen Klassen teilt sich das Fach Gesellschaft ab Jahrgang 7 in die Fächer Geografie, Geschichte und PGW (Politik – Gesellschaft – Wirtschaft), die sich so auch in der Oberstufe finden.

Der Unterricht in diesen Fächern orientiert sich an der HHS stark an unserem Leitbild „Bildung und Erziehung für eine Kultur des Friedens“. Schließlich ist gerade der gesellschaftswissenschaftliche Unterricht ein Ort, um „unsere Schülerinnen und Schüler zu weltoffenen, politisch bewussten und mündigen jungen Menschen mit Gestaltungskompetenz zu erziehen, die bereit sind, sich für Demokratie und für zukunftsfähige Antworten auf soziale, ökonomische und ökologische Herausforderungen zu engagieren“. Grundsätzlich gilt demgemäß, dass sich der Unterricht daran orientiert, den Schülerinnen und Schülern das selbstständige und kooperative Lösen von Problemen sowie das eigenständige und nachvollziehbare Beurteilen von Aussagen, Verhaltensweisen und Problemlagen zu ermöglichen.

Hinsichtlich geschichtlicher Aspekte stehen nicht nur die Ereignisse in Antike, Mittelalter und Neuzeit im Vordergrund, sondern immer die Fragen danach, wie und warum das Heute aus dieser Vergangenheit entstanden ist und wie wir die Gegenwart und Zukunft gestalten wollen. Es geht also darum, ein Bewusstsein für die Geschichtlichkeit der Welt zu schaffen, Orientierung in der Geschichte ebenso zu ermöglichen wie die begründete Urteilsbildung. Hierbei ist es uns wichtig, die HHS selbst als Ort mit Geschichte erfahrbar zu machen sowie die Augen zu öffnen für die Spuren der Vergangenheit in Winterhude, Barmbek und Hamburg insgesamt. Neben einer entsprechenden Auswahl von Themen und Materialien gehört hierzu für uns auch der Besuch außerschulischer Lernorte – seien es Museen, Denkmäler oder die KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Martin Meins

„Jugend debattiert“ – digital mitreißend

03.02.2021 „Die Aula war voll …“ – so beginnt der Artikel auf unserer Schulhomepage gerne einmal, wenn es um das Schulfinale von „Jugend debattiert“ an der HHS geht. In diesem Jahr muss es leider heißen: Die Aula war leer, als Schülerinnen und Schüler der HHS am 19. Januar 2021 zum rhetorischen Schlagabtausch antraten. Im Schulfinale rangen die Klassensieger des neunten Jahrgangs aber dennoch um das bessere Argument, die größte Überzeugungskraft und die schönste Formulierung. Dabei ist ihnen dann gleich auch noch der Beweis gelungen, dass auch digitale Debatten mitreißend sein können. Debattiert wurde in diesem Jahr in der Vorrunde die in Schülerschaft und Lehrerschaft immer wieder umstrittene Frage, ob während des Unterrichts in bestimmten Fächern Musik gehört werden dürfen sollte. Manch einer im ausgewählten Digitalpublikum begann, die eigene Position im Anschluss noch einmal zu überdenken, hörte man später. Im Finale traten David (9d), Lale (9g), Maya (9b) und Noe (9a) gegeneinander an und fragten sich, ob Schulen regelmäßig Exkursionen in Justizvollzugsanstalten durchführen sollten. Auch diese Frage stellte sich als sehr umstritten heraus und die Jury – bestehend aus Birke Herber, Rebecca (9a), Mats (9a) sowie Sepideh (9g) – hatte keine leichte Aufgabe. Am Ende kürte sie Lale zur Siegerin, gefolgt von Maya, Noe und David. Herzlichen Glückwunsch! Somit werden Lale und Maya unsere HHS am 12. Februar im digitalen Verbundfinale in der Altersklasse I vertreten. In der Altersklasse II übernimmt diese Aufgabe Lejla (WIn2). Wir wünschen ihnen viel Erfolg und danken noch einmal allen Beteiligten für die Unterstützung des ersten digitalen Debattenwettbewerbs der HHS. [mehr..]

Gefängnis im Gefängnis - Kalter Herbstmorgen in Neuengamme

02.02.2021 Wir stiegen früh an einem kalten Herbstmorgen aus dem Bus aus und sahen den riesigen Gelände Komplex des KZs Neuengamme. Unser Guide stand schon am Eingangstor. Er führte uns erstmal um den Geländeplatz der, wie sich herausstellte, der Versammlungsplatz der Insassen war. Der Guide blieb stehen und erzählte uns erstmal etwas über das KZ und den Versammlungsplatz. Das machte er eine Zeit lang. Und er erzählte, wie die Gefangenen jeden Morgen bei Wind und Wetter sich hier aufstellen mussten, um gezählt zu werden. Dieser Prozess ging manchmal sogar den ganzen Vormittag. Nach einer Zeit des Erzählens und Stehens, wurden meine Beine langsam schwer und mir wurde kalt. Und ich konnte mir kaum vorstellen, wie es für die Gefangenen auszuhalten war, zudem sie noch viel dünnere Bekleidung hatten tragen müssen. Nun endlich führte uns unser Guide weiter. Die Beine konnten sich endlich wieder bewegen. Das aber nicht lange. Wir machten an einem kleineren Gebäude halt, was ein kleineres Loch an der Wand aufwies. Es stellte sich heraus, das dies ein Gefängnis war, wo die Insassen eingesperrt wurden, die nach Meinung der Nazis noch eine Strafe verdient hätten. Also ein Gefängnis im Gefängnis. Ohne dass ich selbst dort eingesperrt war, weiß ich, dass es dort sehr schrecklich gewesen sein musste. Wenn man sich den gesamten Platz anschaut, dann denkt man es muss doch einfach gewesen sein, hier auszubrechen da sind doch nur ein paar Drahtzäune. Doch diese standen unter Strom. Also es gab kein Entkommen. Der einzige Weg rauszugelangen war durchhalten und ausharren in dieser schrecklichen Hölle. Nun führte uns der Guide zu einer grünen Wiese und teilte uns mit, dass hier ungefähr auf der Wiese ein Krematorium war, um die Leichen zu verbrennen. Das KZ brauchte also ein eigenes Krematorium, weil es so viele Tote hervor gebracht hatte. Weiter ging es in das Museum. In einem Ausstellungsteil blickte ich in das Leben eines Jungen, der genauso alt war wie ich. Er wurde verschleppt, weil er ein Pole war. Zunächst wurde er in einem Hof untergebracht, wo er helfen musste. Doch er vermisste seine Heimat, seine Eltern. Er zündete einen Haufen Stroh an, in dem Sinne so zurück zu seinen Eltern zu gelangen. Doch seine Lage verschlimmerte sich. Der Junge Pole wurde nach Neuengamme gebracht, wo er nach einer Zeit an Überarbeitung starb. Er hatte nichts Schlimmes verbrochen, doch er musste sterben. Wie wir hatte er noch sein ganzes Leben vor sich und er hatte Träume, die wegen dem Naziregime nicht in Erfüllung gingen. Einen Gang weiter sah man die Hochbetten worin die KZ-Arbeiter geschlafen hatten. Zu dritt lagen sie auf einer Ebene mit ein paar Latten und ein bisschen Stroh. Auf Bildern sah man wie die Betten dicht an dicht aneinandergereiht waren. Alle haben auf engsten Raum miteinander gelebt und miteinander gelitten. Es blieb nichts verborgen. Nach einer Zeit mussten wir raus aus dem Museum und weitergehen. Der Guide führte uns an den ehemaligen Tongruben und an den Gerätschaften, womit die Insassen arbeiten mussten. Hinter einem Gebüsch sah man eine Hütte, die wie sich herausstellte, das Haus des Lagerkommandanten war. Er hatte Kinder, eine Familie und Freunde mit denen er abends bestimmt Spaß hatte. Er war bestimmt ein Familienmensch, doch trotzdem war er ein Monster, der grundlos auf brutalster Art mordete. Die Häftlinge mussten Ton schürfen und Backsteine daraus machen, doch diese wurden kaum verwendet und waren größtenteils unbrauchbar. Das KZ Neuengamme hatte keinen Umsatz. Es ging nie darum die Häftlinge zu bessern, sie sollten einfach vernichtet werden durch Arbeit. Die Tour neigte sich dem Ende zu, wir gingen zum letzten Gebäude. Ein schwarzer Block. Innen drinnen waren Vorhänge, auf denen Namen standen, viele Namen, und darüber ein Datum. Die Vorhänge füllten den gesamten Raum. Die Daten gingen von 1938 bis 1945. Das waren die Namen der Leute die im KZ an dem und dem Tage verstorben waren. An den ersten Tagen waren es vielleicht 2 bis 10 Tote an einem Tag. Dann ein Jahr später durchschnittlich 30 Tote am Tag. Doch an den letzten Tagen im Jahre 1945 waren es hunderte ja fast über Tausend Häftlinge die an einem Tag ermordet wurden. Die Namen wurden nicht auf Gestein geschrieben, denn dort hält es ewig , sondern sie wurden auf Stoff geschrieben, denn den muss man erneuern, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Doch es sind nicht einfach nur Namen an Vorhängen, das waren Menschen, denen das Leben brutal von dem NS-Regime genommen wurde. Sie alle waren keine Verbrecher, die Nazis sind es bis heute. [mehr..]


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