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Gefängnis im Gefängnis - Kalter Herbstmorgen in Neuengamme


02.02.2021 Wir stiegen früh an einem kalten Herbstmorgen aus dem Bus aus und sahen den riesigen Gelände Komplex des KZs Neuengamme. Unser Guide stand schon am Eingangstor. Er führte uns erstmal um den Geländeplatz der, wie sich herausstellte, der Versammlungsplatz der Insassen war. Der Guide blieb stehen und erzählte uns erstmal etwas über das KZ und den Versammlungsplatz. Das machte er eine Zeit lang. Und er erzählte, wie die Gefangenen jeden Morgen bei Wind und Wetter sich hier aufstellen mussten, um gezählt zu werden. Dieser Prozess ging manchmal sogar den ganzen Vormittag. Nach einer Zeit des Erzählens und Stehens, wurden meine Beine langsam schwer und mir wurde kalt. Und ich konnte mir kaum vorstellen, wie es für die Gefangenen auszuhalten war, zudem sie noch viel dünnere Bekleidung hatten tragen müssen. Nun endlich führte uns unser Guide weiter. Die Beine konnten sich endlich wieder bewegen. Das aber nicht lange. Wir machten an einem kleineren Gebäude halt, was ein kleineres Loch an der Wand aufwies. Es stellte sich heraus, das dies ein Gefängnis war, wo die Insassen eingesperrt wurden, die nach Meinung der Nazis noch eine Strafe verdient hätten. Also ein Gefängnis im Gefängnis. Ohne dass ich selbst dort eingesperrt war, weiß ich, dass es dort sehr schrecklich gewesen sein musste. Wenn man sich den gesamten Platz anschaut, dann denkt man es muss doch einfach gewesen sein, hier auszubrechen da sind doch nur ein paar Drahtzäune. Doch diese standen unter Strom. Also es gab kein Entkommen. Der einzige Weg rauszugelangen war durchhalten und ausharren in dieser schrecklichen Hölle.

Nun führte uns der Guide zu einer grünen Wiese und teilte uns mit, dass hier ungefähr auf der Wiese ein Krematorium war, um die Leichen zu verbrennen. Das KZ brauchte also ein eigenes Krematorium, weil es so viele Tote hervor gebracht hatte. Weiter ging es in das Museum. In einem Ausstellungsteil blickte ich in das Leben eines Jungen, der genauso alt war wie ich. Er wurde verschleppt, weil er ein Pole war. Zunächst wurde er in einem Hof untergebracht, wo er helfen musste. Doch er vermisste seine Heimat, seine Eltern. Er zündete einen Haufen Stroh an, in dem Sinne so zurück zu seinen Eltern zu gelangen. Doch seine Lage verschlimmerte sich. Der Junge Pole wurde nach Neuengamme gebracht, wo er nach einer Zeit an Überarbeitung starb. Er hatte nichts Schlimmes verbrochen, doch er musste sterben. Wie wir hatte er noch sein ganzes Leben vor sich und er hatte Träume, die wegen dem Naziregime nicht in Erfüllung gingen. Einen Gang weiter sah man die Hochbetten worin die KZ-Arbeiter geschlafen hatten. Zu dritt lagen sie auf einer Ebene mit ein paar Latten und ein bisschen Stroh. Auf Bildern sah man wie die Betten dicht an dicht aneinandergereiht waren. Alle haben auf engsten Raum miteinander gelebt und miteinander gelitten. Es blieb nichts verborgen.

Nach einer Zeit mussten wir raus aus dem Museum und weitergehen. Der Guide führte uns an den ehemaligen Tongruben und an den Gerätschaften, womit die Insassen arbeiten mussten. Hinter einem Gebüsch sah man eine Hütte, die wie sich herausstellte, das Haus des Lagerkommandanten war. Er hatte Kinder, eine Familie und Freunde mit denen er abends bestimmt Spaß hatte. Er war bestimmt ein Familienmensch, doch trotzdem war er ein Monster, der grundlos auf brutalster Art mordete. Die Häftlinge mussten Ton schürfen und Backsteine daraus machen, doch diese wurden kaum verwendet und waren größtenteils unbrauchbar. Das KZ Neuengamme hatte keinen Umsatz. Es ging nie darum die Häftlinge zu bessern, sie sollten einfach vernichtet werden durch Arbeit. Die Tour neigte sich dem Ende zu, wir gingen zum letzten Gebäude. Ein schwarzer Block. Innen drinnen waren Vorhänge, auf denen Namen standen, viele Namen, und darüber ein Datum. Die Vorhänge füllten den gesamten Raum. Die Daten gingen von 1938 bis 1945. Das waren die Namen der Leute die im KZ an dem und dem Tage verstorben waren. An den ersten Tagen waren es vielleicht 2 bis 10 Tote an einem Tag. Dann ein Jahr später durchschnittlich 30 Tote am Tag. Doch an den letzten Tagen im Jahre 1945 waren es hunderte ja fast über Tausend Häftlinge die an einem Tag ermordet wurden. Die Namen wurden nicht auf Gestein geschrieben, denn dort hält es ewig , sondern sie wurden auf Stoff geschrieben, denn den muss man erneuern, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Doch es sind nicht einfach nur Namen an Vorhängen, das waren Menschen, denen das Leben brutal von dem NS-Regime genommen wurde. Sie alle waren keine Verbrecher, die Nazis sind es bis heute.

Sander Vogel

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